|


| |
Fort X
Anschrift:
50670 Köln, Neusser Wall 33
KVB: Linien 12 und 15, Haltestelle Lohsestraße (600m
Fußweg), Linien 5, 16 und 18, Haltestelle Reichensperger Platz (450m Fußweg),
Buslinie 140, Haltestelle Worringer Straße
PKW: nur sehr eingeschränkt Parkmöglichkeiten
GPS-Koordinaten: 50.957064, 6.961575
Nach der Vertreibung der napoleonischen Truppen
und als Folge des Wiener Kongreß fielen die Rheinlande 1815 an
Preußen. Im gleichen Jahr wurde vom Preußischen König verfügt Köln zu
befestigen. Dabei wähle man die "neupreussische Manier", eine Form der
Stadtbefestigung mittels vorgeschobener - vor die Stadtmauer
"geschobener" - Forts.
Das Fort X wurde zwischen 1819 bis 1825 in einem Abstand von etwa 900
Meter vor der Stadtmauer errichtet und erhielt am 9. September 1825
den Namen Prinz Wilhelm von Preußen.
Der Grundriß von Fort X ist in Köln einzigartig. Eine dreieckige
Bastion, in dessen Innenseite ein halbkreisförmiges Kernwerk („Reduit")
mit drei Geschütz - Etagen eingebettet ist und an welchem sich eine
seitliche, zweistöckige Geschützaufstellung („Traditor“) anschließt.
Ebenso sind zur Grabenverteidigung in die feindwärts gelegene Mauer („Kontereskarpe“)
des Grabens an zwei Stellen Geschützaufstellungen („Reverskaponieren")
eingelassen. Zur Eingangsverteidigung wurde vor den Graben ein
geschützter Waffenplatz errichtet, der so genannte Kehltambour. Die
Mannschaftsstärke im Krieg sollte etwa 300 Mann betragen.
Nachdem durch die Neuerungen in der Waffentechnik weiterreichende
Geschütze, Hinterlader mit gezogenem Rohr, zum Einsatz kamen, wurde
schnell klar, der Abstand der Forts zur Stadtmauer
nicht ausreichend war. Deshalb wurde beschlossen einen weiteren Gürtel
von Festungen in einem Radius von ca. 6 km um den Stadtkern herum zu
errichten. Die alte Stadtmauer wurde anschließend aufgegeben und eine
neue in der Höhe des bisherigen Festungsgürtels angelegt.
Dieser von 1882 bis 1891 erbaute und fortan als "Stadtumwallung"
bezeichnete Verteidigungsbereich bezog auch das Fort X bis zu seiner
Schleifung im Jahr 1911in seine Anlagen ein.
Dazu brauchte es jedoch einige Veränderungen: Der stadteinwärts
liegende Graben wurde angeschüttet und der Waffenplatz zwischen
Kernwerk und Bastion - der "Enveloppe" - verengt. Dies schützte zwar
die Substanz des Kernwerkes, machte aber die Geschützaufstellung des
Erdgeschosses des Kernwerkes unbrauchbar.
Heute befindet sich auf seiner Enveloppe ein Rosengarten.
Die Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V. ist bemüht- in enger
Zusammenarbeit mit den beteiligten Ämtern der Stadt Köln -, das Fort X
in wesentlichen Teilen zu erforschen und wissenschaftlich freizulegen.
Schon seit vielen Jahren legt dabei eine Gruppe von Mitgliedern die
unterirdischen Gänge und Hohlräume frei, säubert sie von Abfällen und
Schutt und dokumentiert die dabei aufgefundenen historischen
Fundstücke.
Im Jahr 2009 begonnen, soll auch im Jahr 2010 die Defensionsgalerie
unterhalb des linken Flankenwalls weiter erforscht und freigelegt
werden. Ebenso ist die Eröffnung des ursprünglichen
Infanterieausganges
zur Eskarpen - Defensionsmauer - am linken Frontwall hin zur
Haubitzbatterie auf der Bastionsspitze Ziel der diesjährigen Arbeiten
der Forschungsgruppe "Festungsbau" der Arbeitsgemeinschaft. Dabei
werden
ständig die bisherigen Forschungsergebnisse erweitert - so wird zum
Beispiel der Grundrißplan immer wieder dem jeweils erhobenen Befund
angepaßt. Auch die einzelnen Baustufen werden durch die Ausgrabungen
sichtbar und daher nachvollziehbar - von der "Ursubstanz" über den
Anschluß an die Stadtumwallung, der Umbau in ein "grünes Fort" bis zum
Behelfsluftschutzbau im 2. Weltkrieg. Das alles gilt es zu erforschen,
dokumentieren und für die Nachwelt zu erhalten. Denkmalschutz und
Naturschutz werden dabei ebenso berücksichtigt, wie auch dem
berechtigten Interesse der Kölner Bevölkerung entsprochen.
Daher berichtet und zeigt die AFK e.V. regelmäßig die Ergebnisse und
führt interessierte Bürger durch die Ausgrabungen und lädt sie ein,
durch eine Mitgliedschaft und eine kompetente Anleitung, aktiver Teil
dieser spannenden Reise durch das historische Köln zu sein.
Fotos: D.Wolfrum, W.Pitzler




| |
Termine
Mai 2012
Stammtisch
-
10.05.
Bunker geöffnet
-
13.05.
Vortrag
-
18.05.
Juni 2012
Bunker geöffnet
-
10.06.
Stammtisch
-
14.06.
Fortis Colonia
-
16./17.6.
Juli 2012
Bunker geöffnet
-
08.07.
Stammtisch
-
12.07.
|